Kaminofen Bauarten

Im Fachchargo werden Kaminöfen mit den Bezeichnungen „Bauart 1“ und „Bauart 2“ angegeben. Kaminöfen sind grundsätzlich gerade was die Brennstoffe angeht deutlich Vielseitiger, als dass man diese nur durch zwei Kathegorien unterscheidet. Allerdings ist das Prinzip der Bauarten meistens gleich bzw. in zwei Lager unterteilt. Eine Selbstbestimmung sollte man hier nicht vornehmen, welche Bauart für den heimischen Schornstein passend ist, sollte der zuständige Schornsteinfeger bestimmen.

Vor- und Nachteile beider Kaminofen Bauarten

Kaminöfen der Bauart 1 haben einen Federmechanismus. Das Bedeutet, sie haben selbstschließende Türen und sind damit nur zum Betrieb mit geschlossenem Feuerraum zugelassen. Sobald der Kaminbetreiber losgelassen wird, schließt sich die Tür durch eine Zugfeder bzw. durch einfaches Herabfallen, welches durch die Schwerkraft ausgelöst wird. Der Kaminofen ist also ausschließlich bei Bedienung geöffnet. Der Vorteil besteht vor allem darin, dass diese keinen eigenen Schornstein benötigen, sondern durch Mehrfachbelegung einfach an einen Schornstein angeschlossen werden können, der schon von anderen Kaminöfen mitgenutzt wird.

Kaminöfen der Bauart 2 können sowohl offen als auch geschlossen in Betrieb genommen werden. Im Gegensatz zu Kaminöfen der Bauart 1 brauchen diese allerdings einen eigenen Schornstein, eine Mehrfachbelegung ist ausgeschlossen. Begründet wird dieses mit dem Luftüberschuss, der bei offenen Kaminöfen entsteht. Auch die Abgase müssen sicher über den Schornstein abgeführt werden. Des Weiteren gelten hier auch strengere Bestimmungen hinsichtlich der Verbrennungsluftversorgung und des Schutzes für brennbare Fußböden.

Der Begriff Mehrfachbelegung sagt aus, dass bis zu 3 Feuerstätten an unterschiedlichen Stockwerken angeschlossen werden können. Witterungsbedingungen können den Schornsteinabzug negativ beeinflussen, deshalb wird hier eine Obergrenze geschaffen. Es soll verhindert werden, dass die Abgase nicht optimal über den Schornstein abziehen können. Bei offenen Kaminöfen ist der Betrieb weder auf Regelmäßigkeit noch auf Wohnraumbeheizung ausgelegt. Auch bei den Brennstoffen gibt es strengere Vorschriften für offene Kaminöfen. Beide Kaminofen Bauarten haben ihre Vor- und Nachteile, welcher Kaminofen der richtige ist, ergibt sich also aus der individuellen Situation.

Kaminöfen keine Dauerbrandöfen

Beide Bauarten sind im Feuerraum mit einem Feuerrost ausgestattet, darunter ist der Aschekasten integriert. Kaminöfen sind zwar grundsätzlich keine Dauerbrandöfen, können aber im „dauerhaften Betrieb“ sein. Das heißt, Kaminöfen sind nicht darauf ausgelegt permanent Brennstoffe über einen langen Zeitraum zu verbrennen, wie es beispielsweise bei Kachelöfen der Fall ist. Bei Kaminöfen spricht man von „Zeitbrandöfen“, da hier aufgrund der Flachfeuerung nur eine gewisse Menge an Brennstoff verheizt werden kann. So können Sie mit etwa vier Kilogramm Feuerholz ca. zwei bis drei Stunden einheizen. Bei Briketts gibt es eine so genannte „Gluthaltung“, diese ermöglicht einen Betrieb bis zu sechs Stunden.

Die Feuerraumtür

Wie bei Kaminöfen üblich, ist eine Feuerraumtür mitverbaut. Dies ermöglicht zu jeder Zeit einen Blick auf die Flammen und es lässt sich außerdem schnell kontrollieren, wie lange der Betrieb noch andauern wird. Der schöne Anblick und die schnelle Kontrolle sind nicht die einzigen Vorteile einer verglasten Feuerraumtür. Im Vergleich zur offenen Flamme, hat der geschlossene Kaminofen einen höheren Wirkungsgrad und einen geringeren Schadstoffausstoß. In Zahlen ausgedrückt hat ein offenes Kaminfeuer einen Wirkungsgrad von 10 bis 25 Prozent, während ein Kaminofen mit einer geschlossenen Feuertür 70 bis 80 Prozent erreicht. Größtenteils liegt es an der Konvektionswärme, die der Kaminofen erzeugt. Die kalte Luft kann durch Luftkanäle zwischen Ofeninnenraum und der Verkleidung einströhmen, wird erwärmt und anschließend wieder an den Aufstellungsraum abgegeben.